Rente mit 67 muss auf den Prüfstand

Veröffentlicht am 14.08.2010 in Bundespolitik

Der SPD Kreisvorstand begrüßt die angestoßene Debatte um die Wirksamkeit der schrittweisen Anhebung der Regelaltersgrenze für den Renteneintritt auf 67 Jahre. Die SPD habe gesetzlich durchgesetzt, dass die Bundesregierung erstmals in diesem Jahr durch einen Bericht überprüfen und bewerten müsse, ob die Voraussetzungen vorliegen, die Altersgrenze anzuheben.

Hintergrund war, dass ein Einstieg in die Rente mit 67 nur dann vertretbar sei und erfolgen soll, wenn es auch genug Arbeit für Ältere gibt. Die örtliche SPD kritisiert, dass offensichtlich die CDU-Arbeitsministerin diesem gesetzlichen Auftrag nicht nachkomme, sondern stur an der Anhebung des Rentenalters festhalte. Ihre Behauptung, dass 40 Prozent der 60-64-Jähringen erwerbstätig seinen, werde durch die Zahlen ihres eigenen Ministeriums nicht gedeckt.
Fakt sei vielmehr, dass von den 60-bis 64-Jährigen im Jahr 2008 nur gut ein Drittel erwerbstätig, darunter auch Selbstständige, Beamte und Mini-Jobber seinen. Auch läge die Quote der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten bei den 60- bis 64-Jährigen nur bei 21,5 % und bei den 64-Jährigen sogar nur 9,9 %.
Die Kreis-SPD hält es daher für erforderlich, dass zum einen vor dem Hintergrund des in den nächsten Jahren drohenden Facharbeitermangels durch eine gezielte Arbeitsmarktpolitik es erreicht werden muss, dass gerade ältere Arbeitnehmer mehr in sozialversicherungspflichtigen, gut bezahlten und altersgerechten Arbeitsverhältnissen beschäftigt bleiben. Dies sei auch eine zentrale Aufgabe der Deutschen Wirtschaft. Auch sei es erforderlich, das derzeitige tatsächliche durchschnittliche Renteneintrittsalter von derzeit 63,2 Jahren an die gültige Eintrittsgrenze von 65 Jahren heranzuführen. Der SPD Kreisvorstand hält es ferner für notwendig, konkret nochmals über die Rahmenbedingungen des Renteneintrittsalters zu befinden. So werde es in der arbeitenden Bevölkerung als ungerecht empfunden, wenn in bestimmten Berufsgruppen und mit länger als 40 Jahren sozialversicherungspflichtige Erwerbsarbeit ein Eintritt in die Rente mit 67 Jahren kommen solle. Für die Kreis-SPD sei es denkbar, diesbezügliche über neue Modelle nachzudenken, welche diesen ungerechten Faktor abmilderten.
„Eine Anhebung der Altersgrenze bei der Rente darf nicht als unsozial empfunden werden und an der Realität des Arbeitsmarktes vorbeigehen“ formuliert der stellv. SPD Kreisvorsitzende Clemens Stahl die neue und notwendige Debatte zur Rentenreform.

Homepage SPD Kreisverband Heidenheim

WebsoziInfo-News

03.07.2026 18:19 Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Gesundheitswesen – Abenteuerliches Vorhaben: Krankschreibungspflicht ab dem ersten Tag ist nicht zielführend und kontraproduktiv
Zum aktuellen Reformpaket der Bundesregierung warnt der Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Gesundheit der SPD vor negativen Folgen. „Der von der Union durchgesetzte Punkt der Koalitionsausschusseinigung, dass künftig bereits ab dem ersten Tag eine ärztliche Krankschreibung eingeholt werden muss, ist völlig abenteuerlich“, erklärt der Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Gesundheitswesen (ASG) Boris Velter. „Wenn nun… Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Gesundheitswesen – Abenteuerliches Vorhaben: Krankschreibungspflicht ab dem ersten Tag ist nicht zielführend und kontraproduktiv weiterlesen

23.06.2026 19:06 Dagmar Schmidt zu den Empfehlungen der Rentenkommission
Reform muss zu spürbaren Verbesserungen gegenüber dem Status quo führen Der Abschlussbericht der Rentenkommission ist eine gute Grundlage für eine umfassende Reform, die wir jetzt gründlich beraten und dann auf den Weg bringen wollen. „Die Kommission hatte die Aufgabe, Vorschläge zu entwickeln, wie insbesondere Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen ihren Lebensstandard im Alter sichern… Dagmar Schmidt zu den Empfehlungen der Rentenkommission weiterlesen

20.06.2026 12:14 Gabriela Heinrich zum Weltflüchtlingstag
117 Millionen Menschen auf der Flucht Gabriela Heinrich, menschenrechtspolitische Sprecherin: Am 20. Juni, dem Weltflüchtlingstag der Vereinten Nationen, wird daran erinnert, dass Millionen Menschen gezwungenermaßen ihre Heimat verlassen mussten. Hinter den Zahlen stehen persönliche Geschichten und individuelle Schicksale. „Aktuell sind weltweit über 117 Millionen Menschen auf der Flucht, darunter viele Kinder, oftmals ohne die Begleitung… Gabriela Heinrich zum Weltflüchtlingstag weiterlesen

Ein Service von websozis.info