Sparvorschläge machen Herbrechtinger SPD-Fraktion sprachlos

Veröffentlicht am 11.03.2010 in Kommunalpolitik

SPD Fraktion mit Schulleiter Miller

Die SPD-Stadträte in Herbrechtingen waren schon am vergangenen Donnerstag bei der Gemeinderatssitzung völlig anderer Meinung als Stadtrat Manfred Strauß von den Christdemokarten. Dessen Vorschlag, das geplante Kinderhaus nicht zu realisieren und stattdessen den im April 2009 eingeweihten Erweiterungsbau des Bibrisschulzentrums zu nutzen, nahmen sie zum Anlass, sich vor Ort bei den betroffenen Schulleitern, Johannes Josef Miller vom Buigen-Gymnasium und Roland Widmann von der Bibrisschule, über die Raumsituation zu informieren.

Im Gespräch wurde sehr schnell deutlich, dass die Forderung nach einer Nutzung des Erweiterungsbaus als Kinderhaus ein unüberlegtes Ansinnen ist, das die Realität der Gegebenheiten verkennt und obendrein ohne Rücksprache mit den Betroffenen geäußert wurde.
Oberstudiendirektor Miller und Rektor Widmann, die auch mit der Fraktion der Freien Wähler in Kontakt stehen, legten eingehend dar, wie sich aus ihrer Perspektive derzeit die räumliche Situation darstellt. So ist zum Beispiel der vorhandene Aufenthaltsraum mit 20 m² für rund 1000 Lernende äußerst klein dimensioniert und wird den Anforderungen eines solchen Raumes in keinem Fall gerecht. Allein das Buigen - Gymnasium hat im laufenden Schuljahr 25 Klassen, für die eigentlich fünf Klassenräume fehlen. Nur durch das neu eingeführte Fachraumsystem gelingt es im Augenblick, diese Lücke zu kompensieren.
Zwar werden im kommenden Schuljahr 2010/11 durch den Umzug der Förderschule vom Bibris - Schulzentrum nach Bolheim die räumlichen Kapazitäten erhöht, doch gleichzeitig wird auch die Zahl der Klassen auf 27 zunehmen. Für das Schuljahr 2011/12 werden sogar rekordverdächtige 28 Klassen prognostiziert. Nachdem im Jahr 2012 der doppelte Abiturjahrgang die Schule verlassen hat, soll sich die Situation wieder etwas entspannen, wobei die Zahl der Klassen mit voraussichtlich 26 immer noch über dem aktuellen Stand liegen wird. Von einer Entspannung kann also keineswegs die Rede sein.
Auch künftig wird das Herbrechtinger Gymnasium nach den Prognosen der Verwaltung, basierend auf den Zahlen aus dem Fachbereich Schule – Sport – Kultur, dreizügig bleiben.
Die Schulleiter betonten unisono, Bildung koste nicht nur Geld, sondern sie biete auch eine einzigartige Chance für die ganze Stadt.
Gemeinsam mit den SPD-Stadträten wurde festgehalten, dass die Stadt Herbrechtingen mit ihrem Schulzentrum im gesamten Landkreis Heidenheim einzigartig dasteht und dadurch als Standort insbesondere für junge Familien sehr attraktiv ist. Dies ist auch für den Mittelstand vor Ort eminent wichtig, um qualifizierte Mitarbeiter halten und neue hinzu gewinnen zu können.
Auch die Firmen und Geschäfte im direkten Umfeld des Schulzentrums profitieren hiervon unmittelbar.
In diesem Zusammenhang darf auf keinen Fall außer acht gelassen werden, dass im neuen Schulsystem die einzelnen Schulstandorte in unmittelbarem Wettbewerb zueinander stehen. Um auch hier fundierte Zukunftsperspektiven zu schaffen, ist der formulierte Spargedanke der CDU – Fraktion nicht nur unverantwortlich, sondern auch äußerst kontraproduktiv.
Das Untergeschoss des in den Fokus geratenen roten Erweiterungsbaus ist nachmittags durch die offene Ganztagesbetreuung voll ausgelastet. Auch der Schulsozialarbeiter, der in Kürze seine Arbeit aufnehmen wird, soll dort verortet sein.
Schon jetzt findet vormittags Unterricht der Grundschule im Erweiterungsbau statt. Dies wird auch im Schuljahr 2012/13 und danach nicht anders sein, wie die Schulleiter ausführten. Vor dem Hintergrund dieser Tatsachen und auch wegen den baulichen Gegebenheiten betonte Stadtrat Walter Fuchslocher (SPD), dass ihm der Erweiterungsbau im Bibrisschulzentrum für eine Nutzung als Kinderhaus völlig ungeeignet erscheint.
Stadträtin Beate Kuhn von den Sozialdemokraten ergänzte, dass selbst nach der Errichtung des Kinderhauses, wozu immerhin ein Grundsatzbeschluss des Herbrechtinger Gemeinderats vorliegt, vermutlich nur ein Drittel der Kinder unterzubringen sein wird.
Daher sind die im Namen der CDU – Faktion unterbreiteten Vorschläge von Stadtrat Strauß für die SPD-Fraktion absolut realitätsfremd und völlig überzogen.
Einig waren sich die Gesprächspartner auch im Hinblick auf die geplante Schulsozialarbeit, die gerade in der heutigen Zeit nötiger denn je erscheint.
Es herrschte ein hoher Konsens nach dem Motto „Vorbeugen ist besser als Bohren“.

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