SPD ehrt Franz Bittner für 70 Jahre Mitgliedschaft

Veröffentlicht am 27.08.2017 in Ortsverein

Am 25. Juli fand in einer kleinen Feierstunde eine Ehrung statt, die in einer Vereins- bzw. Parteigeschichte äußerst selten ist. Franz Bittner wurde für 70 Jahre Mitgliedschaft in der SPD geehrt. Unser Fraktionsvorsitzender im Landtag, Genosse Andreas Stoch, ließ es sich nicht nehmen eigens für diese Feierstunde nach Herbrechtingen zu kommen und die Ehrung selber vorzunehmen. Der Jubilar wurde, da er selber nicht mehr so gut auf den Füßen ist, von seiner Tochter, Frau Karin Demel, begleitet. Zu den Gratulanten des Ortsvereins gehörten u. a. Josef Rossitsch, 1. Vorsitzender, sowie Walter Fuchslocher, stellv. Vorsitzender und Fraktionsvorsitzender im Stadtrat.

 

Wer ist Franz Bittner, der über 70 Jahre seinen Idealen und seiner Partei treu blieb, und was sind seine Bewegründe?

Geboren wurde Franz Bittner am 10. Oktober 1928 in Wekelsdorf/Sudentenland. Nach der Schulzeit machte er eine Lehre als Landwirtschaftsgehilfe. Nach dem Krieg folgte die Vertreibung. So musste auch die sechsköpfige Familie Bittner die alte Heimat verlassen und sich nach einer neuen Bleibe umsehen. Diese fanden sie dann letztendlich in Mergelstetten.

Hier findet er zunächst Arbeit bei der Firma Langenbucher auf dem Bau, wechselt aber bald zur Firma Waldenmaier und wird Mitglied bei der SPD und der IG Metall. Bei einer Gewerkschaftsveranstaltung lernte er auch seine spätere Frau Alice, ebenfalls eine vertriebene aus dem Warthegau/Posen, kennen. Die beiden heiraten 1957 und bekommen im Lauf der Jahre drei Kinder. Franz Bittner war zu diesem Zeitpunkt schon sehr aktiv in der SPD als Kassierer und in der Gewerkschaftsarbeit tätig. Ebenfalls zu der Arbeiterwohlfahrt bestand eine sehr enge Bindung.

Auf die Frage warum er damals in die SPD eintrat und ob er es heute wieder machen würde, wird der lustige Jubilar ernst und antwortet: Für uns war soziales Engagement und Zusammenhalt schon immer wichtig. Als junger Mensch habe ich die Diktatur erlebt und erlebt wie man menschliches Leben missachtet. Das ist nicht mein Leben, denn ich wollte frei in einer Demokratie mit Menschen leben, die sich gegenseitig achten und sich gegenseitig helfen. Und ja ich würde auch heute wieder in die SDPD eintreten, denn auch heute ist die Demokratie und das soziale Miteinander gefährdet. Nicht Egoismus ist angesagt, sondern das persönliche Einbringen ist gefordert. Das gilt besonders für unsere jüngeren Mitmenschen. Der Jugend möchte ich noch auf den Weg mitgebe: Wenn ihr mit den politischen Entwicklungen nicht zufrieden seid, dann müsst Ihr euch einbringen. Ihr kennt eure Sorgen und Nöte. Gemeinsam könnt ihr mit eurem Engagement etwas bewirken.

Im Jahr 1990 zog das Ehepaar Bittner dann zu ihrer Tochter nach Bolheim. Leider wurde seine Frau Alice 2013 so stark pflegebedürftig, dass sie ins Karl-Kaipf-Heim musste. Damit er seiner geliebten Alice nah sein konnte, begab er sich dann ebenfalls in Tagespflege. Im Juni 2015 verstarb seine Frau, was ihm sehr nahe ging. Aber, und das Gesicht wird wieder freundlich und heiter, bei 5 Enkeln und 2 Urenkeln hat man keine Zeit zum Trübsal blasen. „Die halten mich ganz schön auf Trab“.

Der gesamte Ortsverein der SPD wünscht dem lieben Genossen Franz noch viele gesunde Jahre im Kreise seiner Familie, und dass er noch rechtlange mit seiner Erfahrung erhalten bleibt.

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