Ärztliche Versorgung im ländlichen Raum

Veröffentlicht am 28.04.2018 in Allgemein

Podium 1

Am 18. April 2018 fand im Karl Saal des Klosters Herbrechtingen die Informationsveranstaltung des SPD Ortsverein Herbrechtingen/Bolheim zum obigen Thema statt. Trotz der DFB Liveübertragung des Pokalhalbfinalspiels war die Beteiligung zahlreich, was ein Hinweis auf die Dringlichkeit der ärztlichen Versorgung in unserem Bereich deutlich aufzeigt.

Der gesundheitspolitische Sprecher der SPD Landtagsfraktion, Rainer Hinderer, eröffnete mit seinem Vortrag die Einführung ins Thema. Nach den Vorstellungen der Kassenärztlichen Vereinigung ist der Landkreis Heidenheim ausreichend mit Hausärzten versorgt, obwohl bereits heute in Herbrechtingen statistisch gesehen 1,8 Hausärzte fehlen. Diese Situation wird sich jedoch bis zum Jahr 2027 noch extrem verschärfen. Wenn keine Änderungen bis dahin eintreten, werden wir in Herbrechtingen noch mit einem Hausarzt auskommen müssen. Bereits heute haben wir den Zustand, dass die örtlich praktizierenden Hausärzte schon, aufgrund der Überlastung, keine weiteren Patienten mehr aufnehmen können.

Diese Situation wurde auch durch den 2. Referenten dem Vorsitzenden der Kreisärzteschaft, Dr. Jörg Sandfort. in seinen Schilderungen ausdrücklich bestätigt. Er informierte ebenfalls über den benötigten Zeitbedarf bis aus einem Studienanfänger ein Hausarzt mit eigener Praxis wird und welche Hürden auf diesem 15jährigen Weg bewältigt werden müssen.

Der Geschäftsführer der AOK Ostalb; Josef Bühler, hat die Argumente der Vorredner aufgegriffen und machte deutlich, dass Lösungen nur durch gemeinsame Kraftanstrengungen möglich sind. Gleichzeitig forderte er Kommunen, Investoren und die kassenärztliche Vereinigung als Interessensvertretung der Ärzte auf, hier schnellstens tätig zu werden.

Sehr plastisch waren die Ausführungen des 4. Referenten, Dr. Josef Schuck, als Mann aus der Praxis, der tag täglich mit diesen Themen umgehen muss. Patiententermine bis nach 21.00 Uhr, Hausbesuche in der eigentlichen Mittagspause und Samstags- sowie Sonntagseinsätze sind keine Seltenheit. Eine solch umfassende Arbeitszeit kann nur ohne Rücksicht auf die eigene Gesundheit bewältigt werden.

Nach einer guten Diskussions- und Fragerunde konnte der SPD Fraktionsvorsitzende, Andreas Stoch, in seinem Resümee die zukünftigen Herausforderungen und notwendige Änderungen noch einmal herausstellen. Besonders wichtig war ihm dabei, dass alle Beteiligten wie z. B. die kommunalen Gremien und die entsprechenden Interessensgruppen aktiv an diesem Thema arbeiten.

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